Die Zigeunerin

L. Ascher

Du nimmst mir das Herze gefangen,

glutäugige braune Maid,

gern gäb' ich dir güldene Spangen,

wie sollten die glitzern und prangen

an Deinem härenen Kleid!

Ich sänge Dir Lieder der Minne

Und küsste dich lachend dazu,

lieb glühende Königinne,

landfahrendes Mädchen Du!

Wir tanzten den muntersten Reigen

Zum klingenden Zimbelschlag,

bis sich die Sonne tät' neigen

und hinter den duftenden Zweigen

versänke der glühende Tag!

Dann nahte in Kosen und Minne

Uns wonneseligste Ruh',

liebglühende Königinne,

landfahrendes Mädchen Du!

Und hab' ich einst alles verloren

An Ehre und Würde und Geld,

so ward ich zur Freude geboren,

und habe mir dennoch erkoren

die süsseste Lust dieser Welt

Ich sänge Dir sterbend von Minne

Und küsste dich lachend dazu,

lieb glühende Königinne,

landfahrendes Mädchen Du!