Abendgang

L. Gouvy

So eil' ich herauf und herunter den Strand,

Es murmeln und rauschen die Wogen.

Was soll er mir frommen, der Stab in der Hand,

Ich stocke ja doch im wehenden Sand,

Schon sind meine Spuren verflogen.

Doch selige Ruh' deckt Wasser und Land

In des Abends erbleichendem Strahle,

Die Fugen der Wolken stehen in Brand,

Wie farbige Fenster in dunkeler Wand

Der gotischen Kathedrale.

Sie werden verglimmen! - Was hat dmn Bestand?

Wie aus durchlöcherter Schale,

Und wär' sie gefüllt bis zum schäumenden Rand,

Der Wein sich verliert auf des Zechers Gewand,

So strömt's aus des Lebens Pokale.

Wie hab' ich die Zeit meiner Jugend verwandt!

Mein Schritt ist vom Sand überflogen -

Hab' ich sie verschwendet als goldenen Tand?

Ward sie mir gestohlen von diebischer Hand?

Du bist immer und immer betrogen.