An die entfernte

L. Gouvy

Denk' ich dein und will ich dich

in Gedanken grüßen,

seh' ich stets und immer mich

knieend dir zu Füßen.

So zu jeder, jeder Zeit,

wachend und im Schlafe --

süße Untertänigkeit --

bin ich nur dein Sklave.

Raff' ich mich aus träger Ruh,

scheint es meiner Seele,

als ob ihr von ferne du

schicktest die Befehle.

Wecken mich um Mittemacht

Töne sanften Goldes,

weiß ich, daß du just gedacht

Liebliches und Holdes.

Du bist mir ein süßer Schall,

den der Weltgeist singet;

selig, wer als Widerhall

solchen Lieds verklinget.

Lebe wohl! -- Durch weiten Raum

wollt' ich nur dich grüßen;

bebe nicht, siehst du im Traum

mich zu deinen Füßen.