Auf dem Baum viel tausend Weichseln
L. Grünberger
Auf dem Baum viel tausend Weichseln,
Schau!
Ich besitze eine einz'ge
Frau;
Doch viel hab' an dieser Einen
Ich;
Früher, später bringt ins Grab sie
Mich.
Seltsames Geschöpf das, in der
That!
Zittern muss ich immer, wenn sie
Naht.
Was sie will, ich thue Alles
Schon,
Aber Schelten ist doch stets der
Lohn.
Schon dacht' ich mir auch so etwas
Wie:
Sie ist alt, ich schlage, zwinge
Sie.
Aber, wenn sie mir in's Auge
Blickt,
Gleich mein ganzer Muth zusammen-
Schrickt.
Dreimal war sie schon zur Hälfte
Todt;
Gott! wie war ich froh nach so viel
Noth!
Doch es holte sie der Teufel
Nie,
So bös' ist sie, er selbst mag nicht
Sie.