Lenzeszeit, lustgeweiht
L. Grünberger
Lenzeszeit, lustgeweiht!
Hast mit Wonnen mir das Herz berauschet!
Golden Rat, süße Tat
Hab' ich von der Nachtigall erlauschet.
Schmetterling kosend hing
An der Blüt', umweht von Frühlingswinden;
Liebesneid, süßes Leid
Mußt' ich mit der Nachtigall empfinden.
Da erscholl wonnevoll
Ihr Gesang, von Lust und Schmerz durchdrungen;
Liebentfacht hatt' ich acht
Wie sie sang, und hab' es nachgesungen.
Und ihr Nest wohlig fest
Baute sie, bestreut mit Blütenstaube;
Moosbedeckt, dicht versteckt
Wölbt' ich mir im Wald die Buchenlaube.
Nachtigall süß mit Schall
Hat die Braut gelockt aus weiter Ferne;
Mich umdacht Waldesnacht,
Und im Dunkel glühn mir helle Sterne.
Alles still! Wonne will
Nicht mit lautem Klang der Welt sich zeigen;
Nachtigall! Süßen Schall
Hast Du mich gelehrt und süßes Schweigen.