Mächt'ger Sänger ist der Sturmwind
L. Grünberger
Mächt'ger Sänger ist der Sturmwind,
Denn der Wald ist seine Harfe,
Ihre Saiten Föhrenwipfel,
Er ergießt in Wogenrauschen
Die Akkorde seiner Seele;
Zischende Blitze,
Stürzende Tannen,
Berstende Felsen,
Zerschellende Schiffe,
Zeigen ihn klassisch vollendet im Vortrag.
Mächt'ger Sänger ist der Kriegsgott,
Denn die schwierigsten Passagen
Trillert er auf Kugelläufen,
Dann im tiefen Baß der Bomben
Zeigt er wunderbaren Umfang.
Wirbelnde Trommeln,
Jauchzendes Hurra,
Ächzende Krieger,
Wimmernde Rosse
Sind seiner Skala ergreifendste Töne.
Aber der kleine Leiermann Amor
Schlägt sie doch beide im feurigen Wettkampf.
Immer auf seiner kleinen Leier
Dreht er das alte, das ewige Lied:
Seufzende Mädchen,
Bebende Herzen,
Nächtliche Ständchen
Und Hochzeitsreigen
Singt er, und alles jubelt: da capo!