Mein Flötlein ist vom Trauerweidenbaum

L. Grünberger

Mein Flötlein ist vom Trauerweidenbaum,

Die Weide trauert auf dem Kirchhofraum;

Von einem Grabe schnitt den Zweig ich dort,

Kein Wunder, dass es klaget fort und fort.

Dort bargst du dich, mein schönes Sternenlicht,

Und nach dem Kirchhof Abends schlendre ich;

Aufsteigt das Angesicht des Mondes bleich,

Auf meiner Flöte schmachtend Lied zugleich.

So lange gräm' ich mich voll Traurigkeit,

So lange stöhn' ich aus mein bittres Leid,

Bis meine Seele auffliegt im Verein

Einst mit dem Ton in jene Welt hinein.