Und als endlich die Stunde kam

L. Hartmann

Und als endlich die Stunde kam,

Wo vom Liebchen ich Abschied nahm,

Wollt' mein Rösslein nicht ziehn;

Und es wiehert, und bäumt sich;

Liebes Rößlein, was willst du wohl?

Wenn man einmal nun scheiden soll,

Mach' mir, Rösslein, das Herz nicht schwer,

Ach! von Liebe nur träumt' ich.

Noch ein Glas, lieber Schenke,

Dann fort von hier in die Welt,

Die hat Mädchen ja für und für,

Bald leuchten mir andere Sterne.

Und wenn einmal das Herz mir bricht,

Dann, o Rösslein, vergiss es nicht,

Trage schnell mich zurück zu ihr,

Lass' mich gleiten zur Erde.

Denn dort hat ja ihr Blick geruht,

Und dort blühen die Blumen so gut;

Dort sollst du mich betten,

Dort ist selige Ruh'.