Das Hindu-Mädchen

L. Huth

Reich mit des Orients Segen beladen,

Segelt ein schönes Schiff aus Madras fort,

Sieh und ein Mädchen von jenen Gestaden

Flüstert der Freundin ganz leis' noch an Bord:

Wenn du ihn siehst, so erzähl' ihm mein Leiden,

Sag ihm: ich bulde und liebe still.

Frag: ob auf ewig das Meer soll uns scheiden,

Ob er das Herz mir brechen will.

Hin nach der Seine Strom willst du nun eilen,

Tauscheft für Freiheit dir die Freude ein,

Doch soll auch Trug und Flattersinn dort weilen,

Und über weinende Unschuld sich freun.

Wenn du ihn siehst,

etc.

Sollt er dir Grüße vertrauen Zelmyre,

Ach mit dem nächsten Schiff, o sende sie!

Aber vergaß er die heiligsten Schwüre

Meine Zelmyra, schreib mir dann nie!

Wenn du ihn siehst,

etc.

Schiffe wohl kamen, doch nimmer die Kunde,

Ach das verwirret der Armen Verstand;

Treu bis zum Tode mit sterbendem Munde,

Flüstert sie leis' den Gruß in's ferne Land.

Wenn du ihn siehst,

etc.