Rosamunde

L. Huth

Wie mich des Abends dämmernde Kühle

Tief aus den Fichten entgegen rauscht,

Wie jedes Herz seine dunkeln Gefühle

Hier in des Abends dämmernder Kühle

Lächelnd belauscht,

Und wieder die Träume mit Träumen verrauscht!

Welch ein unendliches Hoffen und Sehnen

Kömmt mit der späten und dämmernden Zeit!

Rosa, was sollen Deine Thränen?

Rosa, verstehst du dies Hoffen und Sehnen?

Ach, er ist weit!

Fern in des Tages lärmendem Streit.

Aber fühlt' ich's nicht sanft mich umwehen,

Flüsternd wie mit freundlichem Gruß?

Soll ich das ahnende Beben verstehen?

Ja, ich erkenne das Flüstern und Wehen,

Das ist sein Kuß,

Den mir die Dämm'rung bringen muß!