Lied des buckligen Spielmanns
L. Hutterstrasser-Scheidl
Nie war ich jung, nie war ich schön
krank und schwach an Gliedern
tanzten die andern mußte ich steh'n
einsam mit meinen Liedern
Lauscht' ein Mädchen auch meinen Gesang,
wenn ich spielte in nächtlichen Stunden
Ekel kroch ihr die Stirn' entlang
Hatte ihr Aug' mich gefunden
Als eine mir wurde da war mein Herz
um düstert schon und verschlossen
Ich wollte seh'n wie nach Spiel und Scherz
auch and're Tränen flossen
Seelig fühlt ich meine Macht
und ließ sie meinem Liebchen fühlen
ich mußt nach durchweinter Nacht
in ihren Schmerzen wühlen
Die Lieb' war mein doch ich wußt' ihr nicht Dank
zum Tod hin jagt ich mein Weib
Nun ist meine Seele bucklig und krank
g'rad so wie mein armer Leib