Sage von der Ewigkeit

L. Hutterstrasser-Scheidl

Ich lehn an einem alten Baum,

denk an die Zeit, denk an den Raum -

Mir geht die Frage durch den Sinn

wo komm ich her, wo geh ich hin.

Es geht eine Sage im fernen Land

liegt ein Gebirge aus Diamant

dorthin fliegt alle hundert Jahr

das Zaubervöglein Wunderbar -

es wetzt sein Schnäblein am Gestein

Zwei driemal läßt es wieder sein

fliegt heimwärts wo es früher war

und kehrt erst wieder nach hundert Jahr.

so tut es fort, bis guter Letzt

der ganze Berg ist fort gewetzt

Verronnen ist nach dieser Zeit

die erste Sekunde der EWIGKEIT

Dies geht mir eben durch den Sinn

auch ich eine Flocke im Meere bin

die nächste Welle spült sie fort

und bleibt doch alles am selben ORT