Unruhige Stunde
L. Hutterstrasser-Scheidl
Nachts über die Wiesen, die Erlen entlang,
Geht ein Gesang, geht ein Gesang,
Der ist wie stilles Weinen.
Der ist wie ein tiefes Klagegedicht,
Das aus dem ärmsten Herzen bricht --
Armes Herze, was weinst Du so?
Die Nebel ziehn übers blasse Land.
Was wird mir die Stunde so wohlbekannt
Und die fernen, verlorenen Töne?
Was schlägt meine Brust so lauten Schlag?
Die Nacht ist lang. Kurz ist der Tag --
Armes Herze, was weinst Du so?