Einsamkeit
L. Keller
Verlange nicht den Rath der Welt
Inmitten deiner Einsamkeit!
Verlassen bleibst du, wie im Feld
Die letzte Schwalbe bleibt, wenn's schneit.
Verlassen wie das letzte Blatt
Am schwanken Zweig im hohen Baum,
Das droben müd' und lebenssatt
Noch zitternd träumt den letzten Traum.
Verlange nicht den Rath der Welt!
Wie kalt und kühl ist ihr Bescheid!
Auf Gott allein im Himmelszelt
Wirf deine Sorge, wirf dein Leid!