Nachtfahrt
L. Keller
Ich fuhr dahin mit mattem Ross,
der Fuhrmann nickte in Träumen,
des Mondes Silberwoge floss
herab aus Tannenbäumen.
Ein Glühwurm sprühte sein einsam Licht
im Moos, da wogt's im Farne,
und durch Wacholder webt und flicht
der Nebel seine Garne.
Wie ist's so still, wie rollt's so sacht,
als fährt man mich zu Grabe,
als wüsstest du es, stille Nacht,
was ich gelitten habe.
O welche Stätte, auszuruh'n
von Wunden, die mich trafen,
von langem Kampf und Menschentun
auf immerdar zu schlafen!