Sehnsucht

L. Keller

Nach dem Häuschen gegenüber

Soll ich nimmer schauen hin,

Nach dem trauten weißen Häuschen,

Wohnt denn mein Verderben drin?

Sähst, o Mutter, du sie fächeln,

Schautest stündlich selber hin,

Sprächest leis, die Hand mir drückend:

Ja! da wohnt ein Engel drin!

Könntest satt dich nimmer schauen,

Eiltest voll Entzücken hin,

Um dem Sohn an's Herz zu legen

Lächelnd die Beschützerin!