Erinnerung

L. Le Beau

Wo der Mond mit milder Helle

sich durch Tannenzweige senkt

und des Gießbachs braune Welle

rauschend sich durch Felsen drängt,

wo das Blatt der hohen Eiche

heil'ge Schauer niederweht

und am glanzbesäumten Teiche

der Erinn'rung Blume steht;

wo der Nachtigallen Klage

aus der Rosenlaube quillt

und das Bild geschied'ner Tage

mir das Herz mit Wehmut füllt,

wo die kleine Tränenweide

traurig sich um Urnen drängt

und der Tod im Engelkleide

seine Lebensfackel senkt:

Da, da denk' ich mit Entzücken

öfters dein, Vergangenheit!

Mit der Sehnsucht Tränenblicken

such' ich dich, verlor'ne Zeit!

Fällt auch heiß die Träne nieder,

ach, sie zaubert nichts zurück.

Was dahin ist, kehrt nicht wieder,

niemals das entschwund'ne Glück.