Meeresstille

L. Le Beau

Wie mich erfaßt mit heil'ger Macht

Meeresstille in dunkler Nacht!

Leiser und leiser gehen die Wellen,

Einzelne Sterne den Himmel erhellen;

Ungefährdet vom Felsenriff,

Ziehen wir sicher auf schwankem Schiff.

Woher die Stille? woher der Friede? -

Das Meer und das Herz sind sturmesmüde!

Sie haben beide gekämpft und gelitten,

Und Wogendrang und Schmerz erlitten;

Bis endlich die Hand voll Lieb' und Macht

Sie beide, beide zur Ruh' gebracht.