Fernes Glück

L. Lenz

Ich trag' wonach Verlangen,

Allein ich weiß es nicht --

Ich fühle Schmerz und Bangen,

Daß schier das Herz mir bricht.

Berg auf, ganz froh und munter

Treibt's mich nach jenem Ort,

Und drüben wieder 'runter,

So immer -- immer fort.

Ich kann den Ort nicht finden,

Wo Ruhe mir bestimmt,

Und Berg' um Berge schwinden,

Und Well' um Well' verschwimmt.

Ich such' umsonst die Schöne,

Die nur im Träumen lebt,

Ich horch' umsonst auf Töne,

Und Tön' um Tön' verschwebt.

Doch, wenn im Abendkühle

Mein Aug' gen Himmel schaut,

Wird mir so wohl, so stille

Wie, wenn die Hoffnung thaut.

Was sucht in jenen Fernen,

Der freudetrunknen Blick?

Wohnt dort auf jenen Sternen,

Wohnt dort, ach, dort mein Glück?