Deutsch und furchtlos
L. Liebe
Die ganze Welt in Waffe starrt,
Ein wogend Feld von Erz und Eisen,
Und alles lauscht und alles harrt,
Wer wird den rechten Pfad uns weisen?
Da tönt ein donnergleiches Wort
Herunter in die Völkerherde:
"Wir Deutschen fürchten unsern Gott,
Sonst aber niemand auf der Erde!"
Im Osten liegt der grimme Bär
Mit scharfem Biß und ehern Pranken,
Und immer näher, immer näh'r
Drängt er an unsres Hauses Schranken.
Er kratzt und scharrt an Wand und Pfort',
Daß Stein und Pfosten wankend werde.
"Wir Deutschen fürchten unsern Gott,
Sonst aber niemand auf der Erde!"
Und ob im Westen auch der Hahn
Zugleich erhebt sein Kriegsgeschmetter,
Und ob sie alle auf dem Plan
Zum Sturme ziehn in Schlachtenwetter:
Wir stehen ohne Angst und Spott
Zum Schutz bereit dem heim'schen Herde.
"Wir Deutschen fürchten unsern Gott,
Sonst aber niemand auf der Erde!"