Wünsche

L. Liebe

Wär' ich ein Vögelein,

flög' ich wohl heiter

dir in das Fenster 'nein,

flöge nicht weiter.

Wär' ich der Mondenschein,

still und erbaulich,

kost' ich dich, Mägdelein,

süß und vertraulich.

Wär' ich ein Zephyrhauch,

wollt' ich an Lippen,

schwänden die Sinne auch,

selig mich nippen!

Wär' ich der Blütenduft,

sollt' dich umfangen

einer balsam'schen Luft

wonnig Verlangen!

Wär' ich die Sommernacht,

dürft' sie nicht enden,

bis wir Elysiums Macht

liebend empfänden.