Die roten Teufel

L. Mayer

Die Steppe donnert, die Steppe kracht.

Ein Ruf schreit jauchzend durch die Nacht.

Sie kennen ihn aus mancher Schlacht.

So stampft kein and'rer Rossehuf,

so gellt kein and'rer Heldenruf,

so reitet keinem der Schlachtengraus

und die lähmende Angst weit, weit voraus!

Und peitscht alles fort, und reißt alles nieder!

Die roten Teufel kommen schon wieder!

Die Puszta schläft, das Mädel wacht.

Ein Flüstern zittert durch die Nacht:

„Hat er wohl heut' an mich gedacht?“

Sie kühlt am Fenster den heißen Kopf,

sie streichelt das rote Band am Zopf:

„Wie sanft er ist, wie zärtlich und gut,

wenn ihm sein Mädel am Herzen ruht.“

Und sehnsüchtig knistert ihr junges Mieder:

„Wann kommen die roten Teufel wieder?“