Sehnsucht

L. Netzel

Wo bist du, wo das Herz dir schlägt?

Ach, weit auf fernen Wegen!

Wie matt sich doch das meine regt,

Denn keines pocht dagegen.

Es stiehlt das Licht sich kümmerlich

Durch meiner Thränen Lauge --

Wo such' ich dich, wo faß' ich dich,

Wo schaue ich dein Auge?

Wo bist du, daß mein Wunsch den Weg

An deinen Busen finde!

O Gott! -- wie ist die Zeit so träg

Und Sehnsucht so geschwinde.