Meine Taube
L. Puget
Sage mir doch, liebliche Taube,
weiß wie der Schnee, mein Liebling du,
warum denn nur lässt, wie ich glaube,
dir Tag und Nacht Seufzen nicht Ruh'?
Gibt's wohl einen noch unter euch,
an seligem Glücke so reich?
Willst du dich nicht daran gewöhnen,
kosen mit dir zärtliche Schönen?
In meinem Schutz shlummerst du ein,
und süßer Kuss weckt dich allein.
Sage mir doch
usw.
Mit mir an dem traulichen Ort,
wie sehnest du rastlos dich fort?
Um freundlich dir Futter zu reichen,
launisches Ding du sondergleichen,
fändest du wohl weit und breit
solch rosigt Paar Lippen bereit?
Sage mir doch
usw.
Warum willst verlassen du mich?
Ei, harrt wohl ein Tauber auf dich
im fernen Hain voll Sehnsuchtsschmerzen?
Ha, mit ihm mögest süß du scherzen.
Dann fliege hin schnell wie der Wind,
stille sein Leid, tröst' ihn geschwind!
Taube so treu, klage mir nimmer,
sehnst du nach ihm heiß dich zurück.
Dein soll er sein, und zwar auf immer,
eile dahin zu deinem Glück!