Erinnrung am Bach
L. Reichardt
Süße Freude heller Bach,
Regsam ewig ewig wach.
Ungetrübet immer dar
Immer freundlich, hell und klar.
Sag, was ich mit Saitenspiel
Fragen will.
Denn du hast ihr zugesehn
Wie des Maies Blüten schön
Nachtigall im Busche klang,
Ihren jubelnd Gesang,
Und der Sonne erster Strahl
Fiel ins Tal.
Und das Leuchten schien zurück,
Aus des Auges Flammenblick,
Und der Stimme Zauberschlag,
Sang der Blumen Schlummer wach:
Atmend trank die Morgenluft
Blütenduft.
Sage Freude heller Bach,
Regsam ewig, ewig wach,
Sage wie des Bordes Moos
Dich zu nah, zu eng umschloss,
Als dich ihrer Wohlgestalt,
SYSTEMBild umstrahlt.
Sage wie vom Sprudelquell,
Freude zitternd Well' auf Well
Hergedräagt ihr Zauberbild,
Im Kristall umschlossen hielt,
Die im blühnden Ufergräs
Blumen las.
Dann auch sage, wen zum Straus,
Las die Bluhenden sie aus,
Kennst du seinen Nahmen wohl
Und den Busen sehnsuchtsvoll,
Ach zur ersten Seeligkeit
Hier geweiht.
Bist drum lieb ihm immer Bach
Und der Feier Jahrestag,
Die zu erst ihm grenzenloos
Hier des Lebens Glück entschloss,
Bring noch stets zu Lautenklang,
Dir Gesang.