Lieblich wallen durch die Lüfte
L. Schlegel
lieblich wallen durch die Lüfte
Blüthendüfte,
Wenn, von Rosen hold umkränzt,
Mild des Abends Antlitz glänzt,
Und sein Segen wieder
Nieder
Auf die müde Erde sinkt
Und im Thau als Freudenthräne blinkt.
Schönes Licht der Lieb' und Wonne,
Abendsonne,
So wie damals strahlest du
Mir ein süß Erröthen zu,
Da die heiße Wange
Bange
Seinem Kuß entgegenbrann,
Und dem Aug' der Liebe Thrän' entrann.
Lieblich wallen durch die Lüfte
Blüthendüfte,
Doch durch meine Seele zieh'n
Halbverklungne Melodien,
Da in trauter Weise
Leise
Sein Gedanke, leicht beschwingt,
Aus der Ferne mir herüberklingt.