Rühr' mich nicht an

L. Schlottmann

Bleib' mir vom Halse, Thunichtgut!

Wir haben nichts zu theilen,

Ich möchte sonst den Übermuth

Mit bitterm Kraut dir heilen.

Scher' dich hindann!

Rühr' mich nicht an!

Dein Blick ist heiß, dein Herz ist kalt,

Dein Wort fährt auf dem Winde,

Dein Antlitz, deine Wohlgestalt

Sind nur der Falschheit Rinde.

Windschaffner Mann,

Rühr' mich nicht an!

Du trägst dein Haupt wie einen Helm,

Dein Glück wie goldne Sporen,

Im Nacken aber sitzt der Schelm,

Hast's faustdick hinter n Ohren.

Dir trau', wer kann,

Rühr' mich nicht an!

Nicht Morgen- und nicht Abendgruß

Will ich vom Herzensdiebe,

Der immer auf dem Wanderfuß, --

O wüßtest du von Liebe!

Wie anders dann!

Rühr' mich nicht an!