Einst lag im Walde Frühlingsschein

L. Seibert

Einst lag im Walde Frühlingsschein;

Voll seliger Vergessenheit

Durchstreisten wir allein, allein

Der grünen Dämmerung Einsamkeit.

Sie war so schön! In ihrem Blick

Lag ein Gedicht von Lieb und Lust --

Sie strich die Locken still zurück

Und barg das Haupt an meiner Brust.

Und Stille war im tiefen Wald,

Nur weit von fern der Kukuk sang --

Sie sprach: wir sind zu Hause bald,

Wie war der Weg so wenig lang!

Ich bin gewandert jenen Weg

In dunkler Nacht, in dunkler Nacht,

Den Weg, auf dem mir einst so schön

Der Sonnenschein des Glücks gelacht,

Und hinter mir in weiter Fern'

Lag meiner ersten Liebe Zeit,

Vor mir kein Licht, vor mir kein Stern,

Mein Leidensweg so weit, so weit!