Sturmnacht

L. Seibert

Wir saßen am öden Strande,

Es rollte und grollte das Meer,

Ein Sturm kam über die Lande,

Schon fielen die Tropfen schwer.

Mein Herz ist ruhig im Sturme,

Doch bäumt es sich aus vor Weh,

Wenn ich in deine dunklen,

Gläubigen Augen seh'.

Wohl müssen die großen Stürme

Verbrausen und früh vergeh'n,

Doch deine sturmschauernde Seele

Wird nicht mehr den Frühling sehn,

Und schweigend wollen wir beten

Das Todtengebet für mich,

Deß Pfade auf Erden verwehten

Ohn' Rettung und ewiglich.