Traum

L. Seibert

Ich habe die ferne Geliebte

In tiefem Traume geseh'n,

Und weinen habe ich müssen,

Als sollte mein Herz vergeh'n.

Nicht bebten die süßen Lippen,

Nicht war ihre Wange blaß,

Nicht war von Thränen der Trauer

Ihr dunkles Auge naß,

Es lag voll endloser Liebe,

Voll Glück und voll Sonnenglanz,

Und in den wehenden Locken

Trug sie einen Myrtenkranz.