An ***

L. Spohr

Was treibt mich hin zu dir mit Macht?

Was gab mich dir zu eigen?

Was hast du in mir angefacht,

das muss ich dir verschweigen?

Ach, was mich zu dir zieht,

kein Name nennt's, kein Lied,

und Töne können's nicht bekunden,

doch ewig hat's mich dir verbunden!

Und deiner Stimm' und deinem Wort,

wer gab ihm die Gewalten,

an meines Herzen tiefstem Ort,

gebieterisch zu schalten?

Mich reisst's mit trunknem Sinn

zu deinen Füssen hin,

darf's auch mein Auge nicht bekunden,

doch ewig hat's mich dir verbunden!

Ich wünsch es mit geheimer Lust,

und fürcht' es doch zu sagen,

wie lieb ich dich in meiner Brust

seit Monden schon getragen.

Verschmähtest du mein Herz,

verging's in stummem Schmerz,

es liebte dich mit tausend Wunden,

und ewig blieb es dir verbunden!