An Sie am Klavier
L. Spohr
Pulse, höret auf, zu schlagen
Durch den sturmgehobnen Busen,
Horcht! sie opfert jetzt den Musen
In der Tonkunst Heiligthum;
Ihr Gedanken nur dürft wagen
An mein Dasein mich zu mahnen,
Nur ein formenloses Ahnen
Öffne mir EIysium.
Laß sie durch die Himmel gleiten
Von der Erde diese Töne,
Durch die Himmel der Camöne,
Nicht die Erd' ist ihr Gebiet:
Jeder Ton, entlockt den Saiten,
Trag', wie aus Pirenens Quelle,
Sich von Seele hin zu Seele
Durch die Welten als ein Lied!
Wie sie zittern, wie sie rauschen,
Wie sie kosen, wie sie beben
Diese Klänge durch mein Leben,
Und mir gilt kein einz'ger Ton!
Nur verborgen darf ich lauschen,
Glauben nur, du würdest klagen
Auch um mich, dürft ich dir sagen,
Was ich nun gelitten schon.