Beruhigung
L. Spohr
Du armes Herz, was wünschest du?
Was soll dein leises Beben?
Umsonst ist all dein Streben
Und nimmer wird dir Ruh.
Dir ist so eng, dir ist so weit;
Jetzt sorgenvolles Bangen,
Dann wonniges Verlangen
Und ewig, ewig währt der Streit.
Was dich erfreut, was dich bethört,
Ich weiß es nicht zu fassen,
Ist's Lieben, ist es Hassen,
Was so den Frieden stört?
Sey ruhig, Herz, o stürme nicht,
Du mußt die Schmerzen tragen,
Darfst ob der Not nicht klagen!
Bald dämmert Morgenlicht!
Dann flieht der Schmerz,
Dann flieht die Not,
Dein Bangen, und dein Sehnen,
Dein Hoffen, deine Tränen
Stillt leis und sanft der Tod.