Getrennte Liebe

L. Spohr

Der Liebe bangen Sorgen

erbleicht der Freude Strahl!

Stets naht mir trüb' der Morgen

und weckt der Sehnsucht Qual;

ich flieh' die heitern Tage!

Für meiner Liebe Klage

sinkst du, o stille Nacht,

wo nur der Kummer wacht!

Du tönst der Schwermuth Lieder,

die sanft die Brust ergießt,

in stiller Andacht wieder,

daß mild die Thräne fließt!

O mög' der Tag nun scheiden,

daß ihr, o meine Saiten,

mit mir die Nacht begrüßt,

wo mild die Thräne fließt.