Jägerlied

L. Spohr

Wenn Eos am Morgen

mit rosigem Finger

das Dunkel erhellt,

ergreifet der Jäger

die tötenden Waffen,

und zieht in den Wald.

Es glänzen die Bäume,

die Büsche, die Blüten,

in perlendem Tau.

Es necken die Nebel,

es locken die Schimmer

hinein in den Wald.

Da grüsset Diana

den emsigen Jäger

mit freundlichem Blick.

Sie sendet ihm Beute,

die trifft er in Eile

mit fertiger Kunst.

Und ruht er ermüdet

am blumigen Rande

des silbernen Bachs:

so tönen ihm Lieder

der frohen Dryaden,

des göttlichen Pans.

Mit Beute beladen

rückkehret er fröhlich

wenn Phoibos sinkt.

So führen die Horen

die Tage des Jägers

in Freuden dahin.