Klagelied von den drei Rosen
L. Spohr
Drei Rosen hielt ich in Händen,
um eine der Liebsten zu spenden,
der schönen Amade;
o weh! o weh!
Die eine war gelb, die zweite
mit Nelken und Purpur im Streite,
die dritte weißer als Schnee;
o weh! o weh!
Da kam, da kam es gegangen,
mein Mädchen, mit blühenden Wangen,
wie eine bezaubernde Fee;
o weh! o weh!
Sie wählte der Unschuld Rose,
schnell wurde die Farbenlose
entblättert! hm! ich versteh!
o weh! o weh!
Und als sie die purpurne faßte,
die Blume der Liebe erblaßte,
wie Blüthenkelche am Schnee;
o weh! o weh!
Die Blume der Falschheit blieb über.
"O gieb doch, gieb mir die, Lieber!"
Dein Wille, du Schönste, gescheh!
o weh! o weh!
Die gelbe verlor nicht ein Blättchen,
frisch blühte sie an dem Korsettchen
der falschen Amadee!
Ade! Ade! Ade!