Lied der Harfnerin
L. Spohr
Schweig o Herz! Warum dies bange Sehnen
Nach dem süßen längst verlor'nen Glück?
Ach, es rufen Deine heißen Thränen
Das Verschwund'ne doch nicht mehr zurück.
Hin ist hin! Der schöne Traum des Lebens,
Diese Paradieseswelt der Phantasie --
Ach, du suchst sie immer noch vergebens,
Suchst und suchst, und findest sie doch nie.
Von den Kränzen, die ich mir gewunden
In den Tagen der Begeisterung,
Aus der Liebe wonnevollen Stunden
Blieb mir nichts, als die Erinnerung.
Meines Traumes glühend schöne Farben
Sind nun längst verbleicht -- verwischt -- sind todt,
Die Erinn'rung läßt die Sehnsucht darben,
Wo einst Liebe ihr den Nektar bot.