Mein Verlangen

L. Spohr

Es ist ein süsses Wähnen

in Trauern und in Tränen;

nach dir strebt voller Bangen,

du Holde, mein Verlangen!

Du liebest mich,

ich liebe dich,

still hat's der Blick gestanden

als wir uns fanden.

Nah wären wir uns gerne,

und doch sind wir uns ferne;

ich suche dich vergebens,

du Wonne meines Lebens!

Wärst du bei mir,

wär ich bei dir!

Das Herz wär nicht betroffen

von leerem Hoffen.

Ach wärst du mir zur Seite,

treu ständ' ich zum Geleite;

die Liebe will ja leben,

in Lust und Leid ergeben!

O wärst du mein,

o wär ich dein!

Dann würde all mein Leiden

erbüh'n in Freuden.