Das Findelkind

L. Sprowacker

Die Lini, die war a schön's Maderl

mit Äugerln so treu und so lieb,

doch in ihre herzigen Augen

das Leid und der Kummer sich schrieb.

A Kostkind war sie, a arm's Waserl,

der Muata sie lang schon entbehrt;

der Muata lieb göttliche Stimme

hat's Waserl schon längst nimmer g'hört.

Die Eltern nie gekannt sie hat,

das Mitleid sie erhält,

d'rum ist sie verlassen von allen

als Findelkind hier auf der Welt.