Das Posthorn
L. von Drieberg
Trarara! Trarara!
Das Posthorn schallt
Fern und nah, fern und nah
Durch den Wald.
Reckt der Hirsche und spitzt der Hase
Gleich das scharfe Ohr:
Sehnsucht rufet das Geblase
Nach der fernen Wanderstraße
In der Menschenbrust hervor.
Trarara! Trarara!
Die Fern ist blau
Wer nichts sah, wer nichts sah,
Geh' und schau!
Sehnsucht läßt sich nicht bezwingen,
Wenn der Abend thaut,
Hörner fern und ferner klingen,
Und in immern dunkler Ringen
Dämm'rung die Gebirge blau't.
Trarara! Trarara!
Von Ort zu Ort!
Heute da, heute da,
Morgen dort!
Immer weiter auf dem Wege
Durch die weite Welt!
Über Berge, durch Gehege,
Über Klüfte, über Stege,
Über Wiesen, über Feld!
Trarara! Trarara!
Die Welt ist groß,
Was geschah, auch geschah.
Reiß' dich los!
Flink bestelle Dir die Sohlen
Für die Reiseschuh'!
Pack das Ränzel, Gott befohlen!
Vieles ist noch einzuholen;
Darum schreite rüstig zu!