Wenn heute bei verschloss'nen Thüren

L. von Erlanger

mit einer roten Camelie und einer weißen Nelke.

Wenn heute bei verschlossnen Thüren

Dein Herz mit diesen Blumen spricht

Und sie die Lippen dir berühren,

Erröte nicht!

Weißt du, was ich sie sagen heiße,

Die rote volle Blume da

Und diese hier die duftige weiße?

Ich denke, ja.

Erinnern deuten sie und Sehnen,

Der Sinne Glut, der Seele Ruh',

Du lachst so gern und hast auch Thränen,

Wie schön bist du!

Dem Wunderbaum in Doppelblüte,

In Weiß und Rot, mein Gestern glich;

Du kluges Haupt, du Herz voll Güte

Gott segne dich!

Könnt' ich dich heut nach Wunsch begrüßen,

Die Blumen von Gebirg und Thal

Ich schüttete zu deinen Füßen

Sie allzumal.

Und wenn ich jedes Blatt beschriebe

Und gäb' ich Duft und Farbe Sinn,

Sie sprächen all', daß ich dich liebe

Und glücklich bin.