Der Mond ist aufgegangen
L. von Rittersberg
Der Mond ist aufgegangen
in dunkelroter Glut,
als quöll' ihm aus dem Herzen
ein Strom von frischem Blut.
Ein leiser Nebelschauer
fließt nächtlich durch die Luft,
als wär's ein grauer Schleier,
als wär's ein Tränenduft.
Was soll der DUft bedeuten?
Was soll der Schleier sein?
Was hüllst du doch dein Antlitz,
o Mond, so schmerzlich ein?
„Heut' ist ein neu durchlebtes,
ein Trauerjahr dahin,
dass treulos mich verlassen
die Sonnenkönigin.
D'rum zieh' mit blut'gen Tränen
ich durch mein Reich so weit
und hülle meine Glieder
ins duft'ge Trauerkleid.“