Das Menschenherz
L. Waldmann
Wie braust das Meer doch so dumpf und hohl!
Es rollt über grausen Schlünden.
Doch stets wird des Schiffers Senkblei wohl
Die Wege zur Tiefe sinden.
Und durch der Sphären ewigen Kreis,
Bis zu den leuchtenden Sternen,
Da hat der denkende Menschengeist
Gemessen, berechnet die Fernen.
Wohl fährt in der Erde dunkelen Schacht
Der Steiger mit leisem Grauen,
Doch hellt ihm das Grubenlicht die Nacht,
Er kann den Abgrund erschauen.
Nur Eine Tiefe, stets unbekannt
Ist sie den Forschern geblieben!
Wer hätte das Menschenherz erkannt
Mit seinem Leiden und Lieben?!