Die Zelle im Nonnenwerth

Liszt, Franz

Ach, nun taucht die Klosterzelle

einsam aus des Wassers Welle,

und ich seh' in meinen Schmerzen,

daß die Zelle fremd dem Herzen.

Nicht die Burgen, nicht die Reben

haben ihr den Reiz gegeben,

nicht die wundergleiche Lage,

nicht Roland und seine Sage,

nicht die Wiege deutscher Gauen,

die von hier ich kann erschauen;

denn des Herbstes kühle Winde

und des Winters eis'ge Rinde

pochten an. Sie mußte flieh'n,

die den Zauber hat verliehen

dieser Zelle, die umfangen

hält der Rhein mit Liebesbangen.

Soll allein den Schmerz ich tragen,

allein mit der Zelle klagen,

wird sich zu mir Hoffnung neigen,

sollen meine Lieder schweigen.

Dies, das letzte meiner Lieder

ruft dir: Komme wieder, wieder!