O komm im Traum
Liszt, Franz
O komm im Traum, komm in stillester Stunde,
wie einstens Laura Petrarc erschien zur Nacht,
daß mir dein Hauch heile jegliche Wunde,
wenn meinem Munde
ernahet sacht.
Wenn düstre Wolken die Stirn mir umsäumen,
die, ach, zu lang dem Herzen Leid gebracht,
du blickst, ein Stern, wie aus himmlischen Räumen,
daß in mein Träumen
ein Eden lacht.
Und deinem Mund meine Lippen erwähle,
weil ihre Glut, ach von Gott ward entfacht,
und werde Weib, du Engel ohne Fehle,
daß meine Seele
in Wonn' erwacht.