Schwebe, schwebe, blaues Auge

Liszt, Franz

Schwebe, blaues Auge, schwebe

Unabwendbar ob dem meinen,

Einen Frühling wirk und webe

Rings um mich in lichtem Scheinen.

Klinge, süße Stimme, klinge

An mein Herz im Tongewimmel,

Trag auf deiner Engelschwinge

Mich Verwandelten gen Himmel.

Jüngst noch Nacht und Winter war es;

Nun ists plötzlich Tag geworden,

Tag und Mai, ein wunderbares

Sein in Strahlen und Akkorden!

Überall ein Hoffnungsschiller,

Ein verheißend Frühlingswetter,

Blütenwellen, Lerchentriller,

Nachtigallenlustgeschmetter.

Laß, o laß ihn nicht vergehn,

Diesen letzten Lenz der Erde,

Bis ich seine Blumen sehn,

Seine Früchte brechen werde.