Davids Harfe
C. Loewe
O Harfe, die des Gottgeliebten Hand,
Des königlichen Sängers, hat geschlagen,
Die, was die Andacht Innigstes empfand,
Auf den geweihten Tönen hat getragen,
Wie muß jetzt fromme Kunst dein Schweigen klagen!
Es ward Gemüthern, die von Erz,
Durch dich die ungewohnte Sanftmuth theuer;
Es war kein Ohr so stumpf, so roh kein Herz,
Das nicht empfand, nicht glüht' von heilgem Feuer;
Und mächt'ger als sein Thron, ward Davids Leier!
Es feierte den Ewigen ihr Klang;
Ihr Ton war seiner großen Werke Spiegel;
Es horchten froh die Thäler dem Gesang,
Die Zedern ließ er hüpfen und die Hügel,
Und drang zu Gott auf der Begeistrung Flügel.
Verklungen ist er jedem Ohr,
Von Andacht nur und Liebe noch vernommen.
Für diese bricht ihr hoher Geist hervor.
In Tönen, Träumen, die vom Himmel kommen,
Und die kein Tageslicht entführt dem Herz der Frommen.