Der Apotheker als Nebenbuhler

C. Loewe

's ist wahr, mit blanken Scheiben

Ist Apothekers Haus,

Und immer Leut' und Treiben

Sieht man da ein und aus.

Drum schaut schön Röschen lieber

Den Apotheker an,

Doch mir geht's Herz wohl über,

Riech' ich den Salbenmann.

's ist wahr, in seinen Schränken,

In seinen Büchsen fein

Hat er wohl viel zu schenken

An hübsche Mägdelein.

Ach, wenn ich auch bei Röschen

Allein nur einmal bin,

Riech' ich ihren Döschen,

Den Apotheker drin.

Wenn er im Freien schweifet,

Verpestet er die Luft,

Und wo mir nahe streifet

Sein Rock mit strengem Duft,

Wenn ich in ihrer Nähe

Mit tausendfält'gem Stank

Den Pillendreher sehe,

Dann wird das Herz mir krank.

Ja läg' ich zum Verscheiden

Und machte mich gesund

Sein Trank von allem Leiden,

Nähm' ihn nicht an den Mund.

Und, Röschen, willst ihn küssen,

Röschen, den Salbenmann!

O geh in dein Gewissen

Und nimm mich lieber an!