Der Treuergebene
C. Loewe
Der ich von den Frauen allen
bis an meines Endes Ziel dienen will,
muß ich der allein mißfallen?
Sie betrübt mich auf den Tod, - ach, der Noth!
Ihrer Gnade hab' ich aber
meinen Muth, Hab' und Gut,
Leib und Leben ganz ergeben.
Sagen woll't ich ihr bescheiden,
daß sie mir mein Herz bethörth;
doch sie hört minder mich als einen Heiden.
Wie mir da der Muth entschwand, stumm ich stand!
Ihrer Gnade hab' ich aber
Meinen Muth, Hab' und Gut,
Leib und Leben ganz ergeben.
Seit ertönt der Minne Klage,
weil ich nun und immerdar offenbar
Leid im kranken Herzen trage.
So ertönt mein Klagesang laut und lang!
Ihrer Gnade hab' ich aber
meinen Muth, Hab' und Gut,
Leib und Leben ganz ergeben
Wie gebannt durch Zaubersegen,
bin ich ganz ihr Unterthan.
So fortan wall ich meinem Dienst entgegen,
ohne Lohn ein treuer Knecht schlecht und recht!
Ihrer Gnade hab' ich einmal
meinen Muth, Hab' und Gut,
Leib und Leben ganz ergeben
Ihre spiegelhellen Augen
haben tief verwundet mich.
Muß nur ich ach! Den Tod aus ihnen saugen?
Doch mir gibt ihr Mündlein rot
Süßen Tod!
Ihrer Gnade....