Deutsche Flotte

C. Loewe

Deutschlands Adler liegt gebunden,

an der Ostsee, an dem Belt,

hat ein frühes Ziel gefunden,

Herzblut quillt aus tiefen Wunden,

wie im Tode zuckt der Held.

Grimmig weis't die scharfen Zähne

Kerkermeister von dem Sund,

legt sich wie des Meers Hyäne

tückisch lauernd hin der Däne

vor der Ströme freien Mund.

Deutscher Adler, willst du's wagen?

Hebst die Flügel schon bereit?

Soll es dich hinübertragen,

Sieg und Tod dir zu erjagen?

Nur Geduld noch kurze Zeit!

Horch! im Eichenwald erklinget

siegesmutig schon das Beil;

glühend Erz im Feuer singet,

Jubelschall die Luft durchdringet,

schon am Kiele ächzt der Keil.

Schlage, Sonnenadler, schlage,

schlage deine Flügel wund!

Morgenrot schon blinkt vom Tage,

der dich frei hinübertrage,

übers Meer und durch den Sund.

Einst wird der gerechten Sache

nicht gebrechen starker Schutz,

deine Segel schwellt die Rache,

du verscheuchst die kühne Wache,

bietest Burg und Kronen Trutz.

Sonnenadler, dulde mutig!

Zürne stille, deutscher Leu!

Die Vergeltung nahet blutig,

deutsches Volk erhebt sich mutig,

deutsches Volk so stark und treu.